Abstract
Dieser multimodale Beitrag verwendet Metanarration, um die zentralen Schritte der Übersetzung anthropologischer Forschung in grafische Form als Untersuchungsform nachzuzeichnen und betont dabei Reflexivität, Positionalität, Co-Autorschaft, visuelles Denken und Repräsentation. Er bringt die Arbeit des Grafik-Anthropologen Álvaro Martínez mit jener des Sozial- und Kulturanthropologen Thomas Stodulka zusammen, dessen Konzept der „Gefühlsordnung“ aus kollaborativer Aktionsforschung mit Straßencommunities in Indonesien hervorgegangen ist. „Gefühlsordnungen“ analysieren wie Emotionen innerhalb spezifischer kultureller, moralischer und politischer Kontexte hervorgebracht, ausgedrückt und reguliert werden. Über individualisierte Perspektiven hinausgehend zeigt das Konzept, wie das Gefühlsleben durch historische und soziale Ordnungen strukturiert ist, die bestimmen, was gefühlt werden kann, von wem und wie Gefühle in alltäglichen und institutionellen Interaktionen zirkulieren. Es bietet einen analytischen Rahmen, um Affekt sowohl sozial und politisch strukturiert als auch dynamisch-transformativ zu begreifen. Die grafische Form liefert Einblicke in dieses Konzept und wirkt dabei nicht nur als illustratives, sondern auch als analytisches Werkzeug.
