Sequential Graphics, Ethnographic Insights

Abstract

Dieser Beitrag verortet sich an der Schnittstelle von Narratologie, ethnografischer Praxis und ethnografischem Erzählen mittels comics-basierter „sequenzieller Grafik“. Er zeigt, wie sich die Nuanciertheit und Komplexität ethnografischer Einsichten durch eine vertiefte Auseinandersetzung mit grundlegenden narratologischen Kategorien wie Zeit, narrativer Welterzeugung und Fokalisierung erschließen lassen. Als zentrales Beispiel dient der autoethnografische Comic „The Duck Pond 鸭⺟屈“ der Anthropologin und Künstlerin Emily Thiessen. Die genannten Konzepte werden jeweils kurz eingeführt und anschließend anhand von Thiessens Arbeit veranschaulicht. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den medienspezifischen Affordanzen, die die sequenzielle Grafik im Hinblick auf narrative Elemente bietet. Abschließend wird argumentiert, dass der bewusste Einsatz dieser formalen Mittel die Nuancierung, Komplexität und Zugänglichkeit ethnografischen Erzählens erhöht. Dadurch erweitert sich nicht nur die Art und Weise, wie Forschung kommuniziert wird, sondern auch, wie ethnografische Daten interpretiert werden können – sowohl in sequenzieller Grafik als auch in rein textbasierten ethnografischen Narrativen.

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